visual         Z-inema Kinoprogramm  


Januar 2017 

Das neue Jahr beginnt mit einem Leckerbissen für alle Freunde des italienischen Giallo! Noch bevor
im Februar auf der Berlinale die restaurierte Fassung des Dario Argento Klassikers „Suspiria“
aufgeführt wird, zeigt das Z-inema zwei Tage vor dem offiziellen Kinostart der bundesweiten
Wiederaufführung Argentos Film OPERA!

Das tschechische Meisterwerk MARKETA LAZAROVÁ ist aufgrund des gewaltigen
Publikumszuspruch vom Dezember, im Januar nochmals im Programm vertreten.
Mit THE GUY FROM HARLEM zeigen wir den mutmaßlich, schlechtesten, guten Blaxploitation Film
der Geschichte und gleichzeitig einen unserer All Time Favorites!

Zum Ausklang des Monats geht es dann mit der Dokumentation PORN TO BE FREE, ebenso
unterhaltsam wie gesellschaftspolitisch zu.

Welcome to the Wild Side of Cinema!



 Di. 03. 01. 17. 20:00 Uhr:
OPERA
IT 1987 | Regie: Dario Argento | mit Christina Marsillach, Ian Charleson, Urbano Barberini ua. | 107 min.,
Dtsch. Fassung

TRAILER hier klicken



Die junge Opernsängerin Betty bekommt die weibliche Hauptrolle in einer Aufführung der Verdi
Oper „Macbeth“, nachdem die ursprüngliche Hauptdarstellerin von einem Auto erfasst wurde und
aufgrund ihrer Verletzung ausfällt. Die Oper wird von Marco, einem ehemaligen Horrorfilmregisseur
inszeniert. Im Gegensatz zu seinen Filmen, werden die Oper und ihr Umfeld dabei Teil eines gänzlich
realen Horrors. Ein unbekannter, Verehrer Bettys entpuppt sich als mörderischer Psychopath, der
seine grausigen Morde so arrangiert, dass die Sängerin dabei zusehen muss...

Nicht zuletzt durch die charismatische Hauptdarstellerin Cristina Marsillach gehört „Opera“ zu den,
auch darstellerisch eindrucksvollen Werken Argentos.
Aber auch die visuelle Kraft weiß zu gefallen und macht den Film, dbzgl. zu einem der besten des
italienischen Regisseurs. Wenn die Kamera bspw. ein Projektil einfängt, das durch einen Türspion
abgefeuert wird, bevor auf das ahnungslose Opfer und dessen gewaltsamen Tod umgeschnitten
wird, zeigt sich einmal mehr die ästhetische Spielfreude Argentos, die viele seiner Filme zu etwas
ganz Besonderem macht. Das altehrwürdige Opernhaus ist dabei wie geschaffen für seinen Hang zu
ebenso imposanten, wie detailverliebten Szenenbildern.
Tatsächlich weist „Opera“ auch autobiographische Elemente auf. Argento erhielt das Angebot die
Verdi Oper „Rigoletto“ zu inszenieren. Nachdem er erste Entwürfe vorlegte, die veranschaulichten
das er die Aufführung als eine Art düstere Vampirgeschichte plante, übertrugen die
Verantwortlichen, die Inszenierung einem anderen Regisseur. Diese Erfahrung baute Argento mit
der Person des Marco in seinen Film ein, der ebenfalls mit seiner ungewöhnlichen Inszenierung einer
Verdi Oper aneckt.

Bemerkenswert ist auch der Soundtrack. Elektronische Klänge von Claudio Simonetti und Brian Eno
treffen auf harten Metal und Maria Callas. Von manchen Kritikern als unpassend bemängelt, ist für
andere gerade der Einsatz unterschiedlicher und gegensätzlicher Filmmusik etwas, das die
alptraumhafte Atmosphäre von „Opera“ perfekt ergänzt.

Pressestimmen:
„Argento beseelt das Groteske und lässt die Wunder in seinem gewaltsamen Opernmärchen frei...“
(Multiple Filmstörung)
„Natürlich stellt OPERA auf audio-visueller Ebene eine absolute Wucht dar, wozu neben dem
großartigen Soundtrack, dem bekannten und beliebten Spiel mit grellen Farben, wirklich
atemberaubenden Kameraeinstellungen, sowie blutrünstigen und sadistischen Morden, das
wundervolle Setting der Oper beitragen..“
(AngstRated)
„Sadistisch, aber typischerweise prächtig [...] Eine Rückkehr zur Form mit Bravour.“
(The Amazing World of Cult Movies)
„Es passt einfach jede Einstellung.“
(filmtipps.at)

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Di. 10. 01. 17. 20:00 Uhr:
MARKETA LAZAROVÁ
Tschech. 1967 / Regie: Frantiŝek Vláĉil / Darsteller: Josef Kemr, Nada Hejná ua.
162 Min. OF mit dtsch. UT

TRAILER hier klicken




Pressestimmen:

"Ein Epos voller Größenwahn ... das finstere Gegenstück zu GAME OF THRONES" (Süddeutsche Zeitung)

"Ein Monolith des Kinos" (FAZ)

"Erinnert in seiner Symbiose aus Naturalismus und Überhöhung, Wildheit und Poesie, Grausamkeit und Zärtlichkeit an Andrej Tarkowskis fast zeitgleich entstandenes Drama „Andrej Rubljow“ (1966-69)" (Filmdienst)

"Ein gewaltiger Brocken Film: dreckig und düster, mit praller Lust am Geschichtenerzählen, derb genug, um Angst einzuflößen, aber trotzdem oft überraschend schön." (kreuzer Leipzig)

"Eine außergewöhnliche ästhetische Erfahrung, die man unbedingt im Kino machen sollte." (epd film)

"Die Bilder erreichen eine faszinierende Strahlkraft, der man sich als Zuschauer nicht entziehen kann." 
(Deutsche Welle)

"Was wir hier mit fast fünfzigjähriger Verspätung erstmals in den deutschen Kinos zu sehen bekommen, ist ein Meilenstein der europäischen Filmgeschichte. Bilder so einzigartig und wegweisend, von zeitloser Kraft, dass man gar nicht dankbar genug sein kann, dass dieser Film im Kino zu sehen sein wird." (www.worteffekte.de)

„Eine aufregendere Entdeckung werdet ihr kaum machen. Einer der magischsten filmischen
Großangriffe auf die Sinne, die es je gab. Euch wird davon schwindelig werden.“ (IonCinema)

„Ein korpulenter, wallender Moschusochse. Der wohl überzeugendste Mittelalter-Film, der je
gedreht wurde. Ein Breitwand-Fest für die Augen in Schwarz-Weiß.“ Village Voice
„Mystisch und wild.“ (Time-Out)

Inhalt:

Mikolás und sein Bruder Adam rauben für ihren tyrannischen Vater Kozlík Reisende aus. Während
einer ihrer Überfälle nehmen sie einen jungen Deutschen als Geisel, dessen Vater jedoch
entkommen kann und dem König vom Raub und der Entführung berichtet. Kozlík, der den Zorn des
Königs fürchtet, schickt Mikolás zu seinem Nachbarn Lazar, um diesen zu zwingen, gemeinsam mit
ihm in den Kampf zu ziehen. Als dieser sich weigert, entführt Mikolás aus Vergeltung Lazars Tochter
Marketa, die gerade einem Kloster beitreten wollte. Währenddessen schickt der König seine Armee
los und fordert Lazar auf, sich mit ihm gegen Kozlík zu verbünden…

In seiner Heimat wird František Vláčils MARKETA LAZAROVÁ als bester tschechischer Film aller
Zeiten gefeiert. Basierend auf einem Roman von Vladislav Vančura ist diese ergreifende und
poetische Geschichte einer Fehde zwischen zwei rivalisierenden mittelalterlichen Räuberclans
zugleich eine wilde, epische und minutiös bebilderte Parabel über den Kampf von Christenheit und
Heidentum, von Mensch und Natur, von Liebe und Gewalt. Anstatt ein herkömmliches
Historiendrama zu erzählen, war Vláčil viel mehr daran interessiert, Form und Denkweise einer
längst vergangenen Zeit wieder zum Leben zu erwecken — mit überwältigendem Ergebnis. Der
Einfallsreichtum seiner Breitwandbilder, seines Schnitts und seines Sounddesigns machen MARKETA
LAZAROVÁ zu einem experimentellen Actionfilm.

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Di. 17. 01. 17. 20:00 Uhr:

OPERA

Vorstellung fällt leider wegen Krankheit aus!
Sorry, no screening tonight!




Di. 24. 01. 17. 20:00 Uhr:

THE GUY FROM HARLEM
USA 1977 / Directed by Rene Martinez Jr./ Cast: Loyel Hawkins, Cathy Davies and others / OV engl.

TRAILER hier klicken / click here

Ein afroamerikanischer Privatdetektiv wird vom CIA engagiert um eine afrikanische Prinzessin zu
beschützen. Als sie vom Gangsterboss “Big Daddy” entführt wird, nimmt der Detektiv es im
Alleingang mit der Bande auf...

Wie sich unschwer am Plot erkennen lässt bewegt sich “The Guy from Harlem” im Fahrwasser des
erfolgreichen Blaxploitation Films “Shaft”, allerdings mit dem Unterschied, das alles was hier cool
wirken soll in der Regel zu unvermeidbaren Lachanfällen führt. Kameraführung und Schnitt
erwecken den Eindruck einer unterdurchschnittlichen Amateufilmproduktion und die “Action –
Choreographie” hat man so ziemlich bei jeder Schulhofrauferei schon ausgefeilter gesehen. “The
Guy from Harlem” gehört zu der Sorte Film, der seine Zuschauer fassungslos, aber wenn auch aus
anderen Gründen als beabsichtigt, bestens unterhalten zurück lässt.
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This movie is a turkey. Its cheap, badly filmed, badly acted with awful action and a stupid plot (its got
something to do with the kidnapping of an African Ambassador's wife or daughter or something).
But don't worry! Its one of these rare so bad its good movies.
If you're a true bad movie lover see it and have big fun! If you're any other type of movie lover stay
away!.
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Di. 31. 01. 17. 20:00 Uhr:

PORN TO BE FREE
IT, USA 2016 / Regie: Carmine Amoroso / Mitwirkwnde: Illona Staller, Marco Panella ua. / 81 Min. /
OV m. dtsch. UT 

TRAILER hier klicken



Die Dokumentation beschäftigt sich auf ebenso unterhaltsame wie spannende Weise mit dem
Aufkommen der Pornografie im Italien der 70er Jahre. Im Mittelpunkt stehen dabei junge Rebellen,
die mit expliziten, sexuellen Darstellungen gegen Politik, Zensur und scheinheilige, gesellschaftliche
Moralvorstellungen protestierten.

Der Film zeigt exklusives, unszensiertes Material und Interviews mit Pionieren des Pornofilms wie
z.B. Lasse Braun und der ehemaligen Darstellerin und späteren Angehörigen des italienischen
Parlaments Illona „Cicciolina“ Staller.
In „Porn to be free“ geht es nicht um die vielen Schattenseiten der aktuellen und rein kommerziellen
Pornoindustrie, sondern vielmehr darum wie Pioniere des Pornofilms Anfang der 70er Jahre in
Italien, Kirche, Politik und Gesellschaft mit dem radikalen Bekenntnis zu sexueller Freiheit
aufrüttelten.