visual         Z-inema Kinoprogramm  


Februar 2018 


Um im Monat der Berlinale ein interessantes Programm, abseits des Festivals zu bieten muß man
sich schon etwas einfallen lassen.

Das Z-inema z.B. lädt in Zusammenarbeit mit Critique & Culture e.V. zur Gratisvorstellung des Films
„Chuck Norris vs Communism“ ein. Eine gelungene Mischung aus Dokumentation, Polit-Thriller und
Komödie, aus dem Jahr 2015.
Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet (unter anderem auf dem Sundance Filmfestival) und wird in
rumänischer Originalfassung, mit deutschen Untertiteln zu sehen sein.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, das Luca Guadagninos Remake des Dario Argento Klassikers
„Suspiria“ auf der diesjährigen Berlinale gezeigt wird.
Unabhängig davon, ob es stimmt, oder der Film erst später zum ersten Mal auf einer Kinoleinwand
in Deutschland zu sehen sein wird, kontern wir mit einem echten Argento und zeigen „Opera“, in
italienischer OV mit deutschen Untertiteln.

Mit dem US – Slasher „Dark Night of the Scaregrow“, aus dem Jahr 1981, den wir zum ersten mal im
Z-inema zeigen bleiben wir einmal mehr unserer Tradition als „Grindhouse Theatre“ treu.
Zum Start unseres Februarprogramms zeigen wir auf vielfachen Publikumswunsch nocheinmal den
Dokumentarfilm „Projekt A – Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa“

Welcome to the wild side of cinema!





Di. 13. 02. 18.  20:00 Uhr :

CHUCK NORRIS VS COMMUNISM

GB/Rumänien/Deutschland 2015 / Regie: Ilinca Calugareanu/ Darsteller: Irina Margareta Nistor,
Ana Maria Moldovan, Dan Chiorean ua. / 78min. OV rumänisch, mit dtsch, UT


Die 1980er Jahre. Rumänien ist unter der Diktatur Ceausescus kulturell völlig isoliert. Dann beginnt der
Siegeszug des Videorekorders und tausende Filme aus dem Westen bahnen sich illegal ihren Weg
durch den eisernen Vorhang. Ein windiger Schwarzmarkt-Händler und eine mutige Übersetzerin bringen
dem rumänischen Volk den Zauber Hollywoods - und bereiten damit nicht weniger vor als die Revolution.
Ein Thriller über die Zeit des kalten Krieges, der dem Zuschauer ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
(IMDb)
Irina Nistor arbeitete damals als Übersetzerin für das staatliche Fernsehen TVR. Eines Tages wurde
sie von einem Kollegen angesprochen, der ihr eine lukrative, aber illegale Nebentätigkeit anbot: Ein
Geschäftsmann namens Teodor Zamfir suchte eine Sprecherin, um US-amerikanische Spielfilme für
den rumänischen Markt zu synchronisieren. Zamfir schmuggelte VHS-Kassetten mit US-Filmen über
die ungarisch-rumänische Grenze, ließ sie im Overdubbing-Verfahren synchronisieren, vervielfältigte
die Kassetten und verkaufte die Kopien auf dem Schwarzmarkt. Für die Synchronisation hatte er im
Keller seines Hauses mit einfachsten Mitteln ein Tonstudio eingerichtet, in dem Irina Nistor
sämtliche Rollen in Echtzeit, also ohne Vorbereitung, einsprach, auch die männlichen. Bis 1989
synchronisierte sie so nach eigener Erinnerung über 3000 Filme. Eine eigene Note brachte sie in ihre
Arbeit ein, indem sie anzügliche Dialoge und harte Flüche selbständig abmilderte. Zamfirs Geschäft
war erfolgreich; nach und nach erweiterte er seinen Gerätepark und bediente am Ende 300
Videorekorder für die Vervielfältigung. Den allgegenwärtigen Geheimdienst Securitate hielt er sich
dabei durch Bestechung vom Leib. Mit dem Fall des Ceaușescu-Regimes 1989 waren westliche
Medien frei zugänglich, und Zamfirs Geschäft brach schnell zusammen.

TRAILER hier klicken / click here





* * *




Di. 20. 02. 18. 20:00 Uhr:

OPERA

IT 1987 | Regie: Dario Argento | mit Christina Marsillach, Ian Charleson, Urbano Barberini ua. | 107 min.,
Italienische OV, mit deutschen UT


Die junge Opernsängerin Betty bekommt die weibliche Hauptrolle in einer Aufführung der Verdi
Oper „Macbeth“, nachdem die ursprüngliche Hauptdarstellerin von einem Auto erfasst wurde und
aufgrund ihrer Verletzung ausfällt. Die Oper wird von Marco, einem ehemaligen Horrorfilmregisseur
inszeniert. Im Gegensatz zu seinen Filmen, werden die Oper und ihr Umfeld dabei Teil eines gänzlich
realen Horrors. Ein unbekannter, Verehrer Bettys entpuppt sich als mörderischer Psychopath, der
seine grausigen Morde so arrangiert, dass die Sängerin dabei zusehen muss...

Nicht zuletzt durch die charismatische Hauptdarstellerin Cristina Marsillach gehört „Opera“ zu den,
auch darstellerisch eindrucksvollen Werken Argentos.
Aber auch die visuelle Kraft weiß zu gefallen und macht den Film, dbzgl. zu einem der besten des
italienischen Regisseurs. Wenn die Kamera bspw. ein Projektil einfängt, das durch einen Türspion
abgefeuert wird, bevor auf das ahnungslose Opfer und dessen gewaltsamen Tod umgeschnitten
wird, zeigt sich einmal mehr die ästhetische Spielfreude Argentos, die viele seiner Filme zu etwas
ganz Besonderem macht. Das altehrwürdige Opernhaus ist dabei wie geschaffen für seinen Hang zu
ebenso imposanten, wie detailverliebten Szenenbildern.

Tatsächlich weist „Opera“ auch autobiographische Elemente auf. Argento erhielt das Angebot die
Verdi Oper „Rigoletto“ zu inszenieren. Nachdem er erste Entwürfe vorlegte, die veranschaulichten
das er die Aufführung als eine Art düstere Vampirgeschichte plante, übertrugen die
Verantwortlichen, die Inszenierung einem anderen Regisseur. Diese Erfahrung baute Argento mit
der Person des Marco in seinen Film ein, der ebenfalls mit seiner ungewöhnlichen Inszenierung einer
Verdi Oper aneckt.

Bemerkenswert ist auch der Soundtrack. Elektronische Klänge von Claudio Simonetti und Brian Eno
treffen auf harten Metal und Maria Callas. Von manchen Kritikern als unpassend bemängelt, ist für
andere gerade der Einsatz unterschiedlicher und gegensätzlicher Filmmusik etwas, das die
alptraumhafte Atmosphäre von „Opera“ perfekt ergänzt.

Pressestimmen:
„Argento beseelt das Groteske und lässt die Wunder in seinem gewaltsamen Opernmärchen frei...“
(Multiple Filmstörung)

„Natürlich stellt OPERA auf audio-visueller Ebene eine absolute Wucht dar, wozu neben dem
großartigen Soundtrack, dem bekannten und beliebten Spiel mit grellen Farben, wirklich
atemberaubenden Kameraeinstellungen, sowie blutrünstigen und sadistischen Morden, das
wundervolle Setting der Oper beitragen..“
(AngstRated)

„Sadistisch, aber typischerweise prächtig [...] Eine Rückkehr zur Form mit Bravour
(The Amazing World of Cult Movies)

„Es passt einfach jede Einstellung.“
(filmtipps.at)

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Di. 27. 02. 18. 20:00 Uhr:

DARK NIGHT OF THE SCARECROW

USA 1981 / Director: Frank De Felitta/ Cast: Charles Durning, Robert F. Lyons and others/ 96 min./OV
engl. with german subtitles /


In einer abgelegenen Landgemeinde wird das kleine Mädchen Mary Lee grausam verletzt
aufgefunden. Der vermeintliche Schuldige ist schnell ausgemacht, es ist Mary Lees bester Freund,
der geistig zurückgebliebene Bubba. Bubba flieht in Panik, angeführt vom Postboten Otis macht
sich eine Gruppe von Männern auf die Jagd .
Bubba versteckt sich in einem Feld als Vogelscheuche aber der Mob entdeckt Bubba und richtet ihn
hin. Gleich darauf stellt sich heraus das Mary Lee von einem Hund angefallen wurde und Bubba
unschuldig war. Die Männer entgehen zwar der Strafe durch das Gesetz, aber bald darauf werden
sie von einer geheimnisvollen Gestalt gejagt. Die Vogelscheuche will Rache!
(Moviepilot)
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An intellectually disabled man is unjustly accused of attacking a young girl. Disguised as a
scarecrow, he hides in a cornfield, only to be hunted down and shot. Later, after it is
revealed he saved the girl from a vicious dog attack, members of the search posse are
killed by a mysterious scarecrow.
(IMDb)

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